FAQ Deutsche

Wir stellen hier einige der Fragen vor, die uns am häufigsten gestellt werden, wenn man uns schreibt.

Hallo, ich heiße G., bin 22 Jahre alt. Ich studiere zur Zeit an der Fakultät für Wirtschaft und Kommerz in Rom. Als Christ engagiere ich mich in pastoralen Tätigkeiten meiner Pfarrei. Ich bete täglich den Rosenkranz und nehme mehrmals wöchentlich an der hl. Messe teil. Ich frage mich seit einiger Zeit, ob Gott mich vielleicht zum gottgeweihten Leben ruft. Ich möchte sie um Rat fragen, damit ich erkenne, ob Gott mich wirklich ruft. Vielen Dank.

Vor allem wollte ich dir sagen, dass du gut daran tust, in einer so wichtigen Sache wie der Standeswahl um Rat zu fragen. Hierin darf man keine Angst haben, bis zum Letzten zu gehen, um zu erkennen, was Gott von uns will, denn er ist unser Vater und weiß als solcher, was gut für uns ist; von unserer Seite aus müssen wir einzig seinen Eingebungen folgen.
Mit Sicherheit tust du gut daran, wenn du dich um ein intensiveres Gebetsleben bemühst, damit Gott dich mit Klarheit erkennen lässt, zu welchem Stand er dich ruft und dir die Kraft gibt, diesen zu ergreifen. Wie auch immer, als Mittel um eine gute Entscheidung zu treffen, empfehle ich dir an den Exerzitien des hl. Ignatius von Loyola teilzunehmen. In diesen verbringt man 4-5 Tage in Ruhe und Schweigen, während die Seele sich im Gebet übt und sich darauf vorbereitet, den Willen Gottes zu erkennen und ihm zu folgen, ohne sich dabei von ungeordneten Neigungen (schädliche Anhänglichkeit an die Geschöpfe, ungeordnete Leidenschaften, usw.…) leiten zu lassen. Diese geistlichen Übungen, nützlich für jedermann, sind besonders geeignet, um sich in der Wahl des Standes Klarheit zu verschaffen. Wenn du willst kannst du an den Exerzitien teilnehmen, die von unserem Institut monatlich gepredigt werden.

Hallo, ich heiße C. und bin 19 Jahre alt. Seit einiger Zeit schlage ich mich mit dem Gedanken herum, Priester zu werden und ich habe im Gebet erkannt, dass dies der Wille Gottes ist. Später jedoch, als ich diesen Wunsch zu Hause ausgesprochen habe, bekam ich einen starken Widerstand von Seiten meiner Angehörigen spüren, welche mir erklärten, dass Gott nicht wollen würde, dass sie unter einer derartigen Wahl zu leiden hätten. Wie kann ich ihnen antworten?

Vor allem ist es wichtig, sich klar zu machen, dass, wenn Gott etwas von dir verlangt, dies, auch wenn es im Augenblick leidvoll für die Eltern ist, mit Sicherheit keine schlechte Sache ist. Andernfalls wäre es nicht Gott, der sie von dir verlangt. Es ist Jesus selber gewesen, der von den Aposteln verlangt hat, alles zu verlassen und der zu dem Jüngling, der ihm folgen wollte, aber abwarten wollte, bis der Vater gestorben sei, sagte: „Lass die Toten ihre Toten begraben“ (Mt 8, 22). Wir müssen wissen, dass Gott unendlich gut ist. Und wenn er von dir verlangt, dich ihm zu weihen, so will er mit diesem Ruf etwas Gutes tun. Nicht nur dir, sondern auch deinen Eltern und Verwandten; auch, wenn sie es jetzt noch nicht verstehen.
Also, auch wenn sie jetzt noch nicht verstehen können, dass Gott dich ruft und das Gute in diesem Ruf noch nicht erkennen, so rate ich dir dennoch, dem Ruf Folge zu leisten.

Guten Tag. Ich bin L. aus Brindisi, 18 Jahre alt. Schon seit meiner Kindheit wollte ich immer Missionspriester werden. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, ins Seminar einzutreten, aber ich habe Angst davor, weil mir das Leben des Priesters zu schwer erscheint, zu opferreich für mich. Was könnt ihr mir dazu sagen? Wird es ein Fehler sein, wenn ich nicht eintrete?

Sicherlich, das Leben des Priesters, besonders des Missionars, ist ein Leben, das Opfer verlang. Wer sich Gott weiht, sucht nicht die Bequemlichkeit, die ihm die Welt anbieten kann, sondern er versucht, Christus nachzuahmen, der für uns gelitten hat. Der gute Ordensmann erleidet ein lebendiges Martyrium. Aber dieser königliche Weg des Kreuzes wird ihm das wahre Glück bringen, hier auf Erden schon und noch mehr einst im Himmel. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Herr denen, die ihm nachfolgen, das Hundertfache hier auf Erden und das ewige Leben versprochen hat. Wen er die Lilien des Feldes kleidet und die Vögel des Himmels ernährt, so wird er mit Sicherheit niemals diejenigen verlassen, die sich ihm ganz schenken wollen. Du kannst also sicher sein, dass Gott dir die Gnade schenken wird, mit Kraft und Freude alle Opfer des priesterlichen Lebens zu bringen; vielmehr: je großzügiger du mit Jesus sein wirst, desto mehr Kraft wird er dir schenken, dein Kreuz zu tragen.

Hallo, ich bin M., ich bin 25 Jahre alt. Ich schreibe euch, weil ich die Möglichkeit in Betracht ziehe, mich einer gründlichen Suche nach meiner Berufung zu unterziehen. Mein vergangenes Leben entsprach nicht gerade sehr den zehn Geboten. Daher wollte ich jetzt fragen, ob es möglich ist, dass Gott einen so großen Sünder wie mich beruft.

Hallo M.. Gott ruft, wie er will, wann er will, wo er will und wen er will. das ganze unermessliche Meer unserer Sünden ist nichts im Vergleich mit einem kleinen Tropfen der göttlichen Barmherzigkeit. Es wäre ein gewaltiger Verlust für die Kirche gewesen, wenn der hl. Augustinus so gehandelt hätte, sich von solchen Versuchungen hätte leiten lassen; dennoch, er, der ein großer Sünder war, ist dahin gelangt, Kirchenlehrer zu werden, Vater des Okzidents und einer der größten Theologen aller Zeiten. Angesichts dieser Tatsachen muss man mit einem italienischen Sprichwort antworten: „ciò che è stato è stato, non si piange sul latte versato“ - „Was war, ist gewesen. Über vergossene Milch weint man nicht“. Man darf nicht um der Vergangenheit willen das unterlassen, was Gott jetzt von uns verlangt. So hat die heilige Maria Magdalena gehandelt und ist heute einer der am hellsten leuchtenden Sterne im Himmelreich.

Hallo, ich bin M. aus Neapel und bin 24 Jahre alt. Nachdem ich mich länger mit der Klärung der Standesfrage auseinandergesetzt habe, habe ich erkannt, dass meine Berufung jene zum Priestertum ist. Als ich dies zu Hause gesagt habe, wurde mir jedoch geraten, besser ein bisschen Zeit vergehen zu lassen, bevor ich mich entscheide einzutreten. Meint ihr, dass das eine gute Idee ist? So können sich meine Verwandten an meine Entscheidung gewöhnen und ich habe noch etwas mehr Zeit, die Entscheidung zu überdenken.

Viele raten, die Entscheidung aufzuschieben und der Berufung Zeit zu geben, Gestalt anzunehmen, also ob allein das Verschieben und Verzögern das Problem lösen könnte: „Wenn die Probleme sich allein dadurch lösen würden, dass man abwartet, bräuchte es keine Regierungen“. Der hl. Don Bosco bekräftigt: „Wer jedes Mal eine Entschuldigung findet, die Berufung aufzuschieben, der wird sie mit Sicherheit niemals verwirklichen, denn wer wird immer neue Entschuldigungen finden“. Ich rate dir also, nicht zu zögern, deiner Berufung nachzugehen, sondern ihr vielmehr, wie Maria, großherzig zu folgen.