Liturgisches Leben und Spiritualität

Die fundamentale Stellung der hl. Messe

Unsere Konstitutionen sehen vor, das die höchste gottesdienstliche Handlung, die wir täglich vollziehen, die Teilnahme am erhabenen Opfer der hl. Messe sein soll. Es ist die Haupthandlung des Gottesdienstes, das Opfer, welches Gott unendliches Lob und Ehre spendet. In jeder hl. Messe erneuert Christus, der ewige Hohepriester, auf den Altären der ganzen Welt sein Erlösungsopfer, damit die Menschen jeder Generation an den Gütern seiner Passion teilhaben können.

Die hl. Messe ist die liturgische Handlung per Exzellenz und „die Liturgie ist der Höhepunkt der kirchlichen Tätigkeit und gleichzeitig der Ursprung, aus welchem all ihre Kraft kommt“ (Sacrosantum Concilium Nr. 10); von dieser (der Liturgie)aus „strömt sie in uns, wie aus einer Quelle, und aus ihr geht mit höchster Wirksamkeit jene Heiligung der Menschen und Verherrlichung Gottes hervor, auf welche alle anderen Tätigkeiten der Kirche abzielen“(ebd.).
Einen großen Stellenwert hat für uns die hl. Messe, konzelebriert mir den anderen Mitgliedern unserer Gemeinschaft.

„Die erste priesterliche Handlung ist das Opfer. In diesem Fall das Opfer der Messe. Ohne Opfer gibt es kein Priestertum. Nur wo ein Opfer ist, da kann auch ein Priester sein. Und das, was dem katholischen Priestertum Leben verleiht, ist, vor allem Anderen, die hl. Messe, das Opfer Christi am Kreuze, welches auf unseren Altären erneuert wird.“ (Pater J. Meinvielle, in der Predigt zur ersten Messe unseres Gründers p. Carlos M. Buela, am 10. 10. 1971).

In jedem Haus des Instituts ist die hl. Messe die Seele; sie ist die Sonne, die das geistliche Leben, das Apostolat, die Arbeit und jede andere Tätigkeit erleuchtet“ (Direktorium der Knabenseminare Nr. 15).

Das Stundengebet

Aus den Konstitutionen: „Der Lobgesang,“ betonte oft der selige Paul VI, „der ohne Unterlass in den himmlischen Wohnungen erklingt und den Christus als Hohepriester in diesem Land des Exils begründet hat, wurde von der Kirche im Laufe der Jahrhunderte treu bewahrt und mit einer bewundernswerten Vielfalt an Forman bereichert“.

Dieser Lobgesang ist das Stundengebet, ein Gesang, bei welchem „Christus, mittels seiner Kirche, fortfährt, seine hohepriesterliche Funktion auszuüben, und welcher den Herrn unaufhörlich lobt und für das Heil der Welt eintritt, nicht nur mit der Feier der Eucharistie, sondern auch auf andere Weise, besonders in der Feier des göttlichen Offiziums“. (Sacrosantum Concilium Nr. 83)

Das Stundengebet, „Quelle der Frömmigkeit und Nahrung des persönlichen Gebets“ (Sacrosantum Concilium Nr. 90), muss mit der Überzeugung gefeiert werden, dass „all diejenigen, die dieses Lobgebet auf den Herrn beten, im Namen der Mutter Kirche vor dem Throne des Allerhöchsten stehen“ (Sacrosantum Concilium Nr. 85). In diesem Gebet, in dieser „notwendige Vervollständigung dessen, was den ganzen göttlichen Kult in sich schließt, nämlich des eucharistischen Opfers“ (Paul VI), „müssen wir das Echo unserer Stimmen in jener Christi und seine Stimme in uns wahrnehmen“ (hl. Augustinus).

Die eucharistische Anbetung

Die tägliche Anbetung des ausgesetzten Allerheiligsten für eine Stunde ist für uns eine Notwendigkeit. Nach der hl. Messe stellt sie den zweiten erhabenen Akt der Anbetung des Herrn und des Allerheiligsten Altarsakramentes dar, denn in ihr spiegelt sich das Leben der heiligen Jungfrau Maria wider, die, in ihrem Leben hier auf Erden, den selben Jesus in ihrem jungfräulichem Schoße, im Stall, am Kreuze und in der hl. Eucharistie anbetete.

Die Anbetung ist eine Handlung von höchster Heiligkeit, da in ihr alle Tugenden in höchstem Grade geübt werden: der Glaube, welcher vollkommen und absolut wied in der Anbetung des verborgenen Christus, verschleiert und nahezu vernichtet unter den Gestalten der heiligen Eucharistie; die Hoffnung, mit der wir geduldig die Glorie des Himmels erwarten; die Liebe, denn die Liebe ist der Ausdruck des ganzen Gesetzes und das ganze Gesetz erfüllt sich in der Anbetung unseres Herrn und Gottes im Allerheiligsten Altarsakrament, mit dem ganzen Geiste, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit aller Kraft. Die eucharistische Anbetung schließt auch die Ausübung der vollkommenen Liebe gegen unseren Nächsten in sich, im Gebet für ihn und im Eintreten zu seinen Gunsten, Gnade und Barmherzigkeit von unserem Erlöser für ihn erflehend.

„Dies ist der heiligste und gerechteste Akt, bei welchem wir Jesus Christus anbeten an Stelle all derjenigen, die ihn nicht anbeten, die ihn alleine lassen, ihn vergessen, ihn beleidigen“. (hl. Pierre Julien Eymard)

„Im eucharistischen Brot finden wir den selben Körper, der von der hl. Jungfrau Maria geboren wurde und der am Kreuze für uns hingegeben wurde. Es ist der authentische Glaube an die Eucharistie, der die priesterliche Berufung gebiert, aufrüttelt, entwickelt, verzehrt und erhält bis ans Ende“ (P. Carlos M. Buela, Gründer).

Verehrung der allerseligsten Jungfrau Maria

Während des täglichen Gebetes des hl. Rosenkranzes können wir die Art und Weise betrachten, auf welche Maria an dem Erlösungswerk Jesu Christi mitgewirkt hat (die „Miterlöserschaft Mariens“). „Der hl. Rosenkranz ist ein Lobopfer an Gott dafür, dass er uns erlöst hat, in der frommen Erinnerung des Leidens, des Todes und der Glorie unseres Herrn Jesus Christus“ (hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort).

„Die Erfahrung zeigt uns, dass jene, die die großen Zeichen des Heiles an sich tragen, das Ave Maria lieben, verkosten und freudig beten“ (ebd).

Der Rosenkranz ist eine „Zusammenfassung des Evangeliums“ (Pius XII), „ein evangelisches Gebet welches sich auf die Geheimnisse der Inkarnation und der Erlösung konzentriert“ und in dem „die Wiederholung der Litanei des Ave Maria zum unaufhörlichem Lobe Christi wird“ (Paul VI).

Eine andere Übung der Frömmigkeit muss uns in der Verehrung der seligen Jungfrau Maria auszeichnen: Der „Engel des Herrn“, bei dem wir, „während wir uns an die Menschwerdung des Sohnes Gottes erinnern um die Gnade bitten, durch seine Passion und sein Kreuz zur Glorie der Auferstehung geführt zu werden“. Die Hauptbestandteile dieses Gebetes sind: „Die Betrachtung des Geheimnisses der Menschwerdung des ewigen Wortes, der Gruß an die heilige Jungfrau und die Zuflucht zu ihrer barmherzigen Fürsprache“ (Paul VI).

„Der Engel des Herrn möge in uns die Kenntnis vom Geheimnisses der Menschwerdung des Sohnes Gottes erneuern“ (Johannes Paul II).