Menschliche Formung

Menschliche Formung
Die menschlichen Tugenden

Die Ausbildung im Institut vom inkarnierten Wortes hat zum Ziel „jene Vollkommenheit des Menschen, die im menschgewordenen Sohne Gottes aufleuchtet und die sich in einzigartiger Wirksamkeit in seinem Verhalten gegenüber den Anderen zeigt.“ (siehe Kongregation für das Katholische Bildungswesen, zitiert in unseren Konstitutionen, Nr. 133).

Die menschliche Formung strebt also nach einer tiefen Kenntnis der menschlichen Seele, mit dem Ziel, ihre Schwierigkeiten und Probleme zu verstehen.

Um eine vollständige Formung zu erlangen brauchen wir daher eine große Reife in unseren Neigungen, da „der Mensch ohne Liebe nicht leben kann“ (siehe Redemptor Hominis, 10, Enzyklika vom Johannes Paul II. ); vor allem aber braucht es viel Liebe zu Jesus Christus, eine lebendige und persönliche Liebe, denn wenn diese fehlt, ist es unmöglich, eine Gemeinschaft zu bilden.

Unser Anliegen ist es, junge Menschen mit fürstlichem Geist zu bilden, was bedeutet, die Seele auf große Taten auszurichten, darauf, sich großer Dinge anzunehmen, in allen Tugenden große Werke zu verwirklichen. Mit anderen Worten, die Ausbildung muss uns darauf ausrichten, ein edles Leben zu führen. „Der Edle ist ein Mensch mit Herz, jemand, der etwas hat für sich und für die anderen. Es sind jene, die geboren sind, zu befehlen. Es sind jene, fähig, sich zu strafen und andere zu strafen. Es sind Menschen mit Stil in ihrem Verhalten, jene, die nicht nach Freiheit, sondern nach Hierarchie verlangen. Jene, die sich selber Gesetze geben und sie halten können, jene, die ihre Ehre fühlen wie ihr Leben. Jene, die sich, um sich selbst zu besitzen, ganz hingeben können. Es sind jene, die stets wissen, für was es sich zu sterben lohnt. Jene, die fähig sind, zu geben, wozu sie niemand verpflichtet und sich von dem zu enthalten, was ihnen niemand verbietet. Es sind jene, die sich als ewige Anfänger sehen; sehen wir uns immer als Anfänger, ohne jemals aufzuhören, ein heiligeres, vollkommenes Leben anzustreben, ohne jemals stehen zu bleiben!“ (Direktorium der Spiritualität, Nr. 41).

Gemeinschaftsleben und Disziplin

Die Mitglieder des Instituts leben in Ordenshäusern, sie führen ein Leben in Gemeinschaft unter der Führung eines Oberen. Das Gemeinschaftsleben erfordert Disziplin, damit jedes Mitglied zum Besten aller beiträgt. Ebenso braucht es eine gerechte Aufteilung der Aufgaben und Arbeiten, die es zu erfüllen gilt, wobei jeder sich im Gewissen der ihm anvertrauten Aufgabe verpflichtet fühlen soll. (siehe Konstitutionen Nr. 144-145).
a) Das Gespräch mit dem Oberen
„Es ist notwendig, dass alle Mitglieder der Gemeinschaft sich häufig und mit vollstem Vertrauen an ihre Oberen wenden, um ihnen kundzutun, wie es ihnen gesundheitlich geht, und um sie über den Verlauf ihrer Studien, ihre apostolischen Tätigkeiten, über die Schwierigkeiten, denen sie im geistlichen Leben und in der Ausübung der Liebe zu den Mitbrüdern begegnen, sowie über alles, was zum Wohl der Einzelnen und der gesamten Gemeinschaft beitragen kann, auf dem Laufenden zu halten.“ (Konstitutionen Nr. 146).
b) Die Rekreation
Eine besondere Erwähnung verdient die Zeit, die der Rekreation (genannt Eutrapelia) geweiht ist, und an deren Teilnahme, besonders in den kleineren Gemeinschaften, sich Niemand befreien sollte.

Geistliche Ausbildung
Gebetsleben

Das Gemeinschaftsleben basiert vor allem auf einem intensiven geistlichen Leben. Die wichtigsten Übungen sind dabei:

  • -Die tägliche hl. Messe.
  • -Die Anbetung des Allerheiligsten.
  • -Das Stundengebet.
  • -Der wöchentliche Empfang des Bußsakraments.
  • -Das wöchentliche Kapitel.
  • -Der monatliche geistliche Einkehrtag.
  • -Die jährlichen Exerzitien.
  • -Der Rosenkranz.
  • -Den Engel des Herrn, der Kreuzweg.

Das Wichtigste ist die Teilnahme an der hl. Messe, welches den liturgische Akt des Gottesdienstes darstellt, das Lobopfer, welches Gott unendliche Ehre bereitet. Genauer: „Die Liturgie ist der Höhepunkt, auf den alles Tun der Kirche abzielt, und gleichzeitig der Ursprung, aus welchem all ihre Kraft kommt“; von dieser (der Liturgie) „strömt sie in uns, wie aus einer Quelle, und aus ihr geht mit höchster Wirksamkeit jene Heiligung der Menschen und Verherrlichung Gottes hervor, auf welche alle anderen Tätigkeiten der Kirche abzielen“. (Sacrosantum Concilium Nr. 10, zitiert in den Konstitutionen Nr, 137).
„Das Seminar ist die hl. Messe“, sagt unser Gründer, P. Buela.
Für eine genauere Kenntnis unserer Spiritualität kann man den Abschnitt „Liturgisches Leben und Spiritualität“ lesen.

Intellektuelle Ausbildung
Intellektuelles Leben

Gleichzeitig ist die intellektuelle Arbeit immer notwendig und von höchster Wichtigkeit, sei es für die Vorbereitung der sonntäglichen Predigt, sei es in den verschiedenen Fragen der Moral, der Aszetik, der Mystik, die sich stellen können. Aus diesem Grunde ist es unerlässlich, die Stille und die Sammlung zu nutzen zu wissen, und sich der notwendigen Bibliographie zu bedienen: „Für die Heiligen ist das Studium Gebet und Kontemplation“. Daher ist jede gut geregelte Form des Zuganges zur universalen Kultur zu ermutigen, besonders die Kenntnis der großen Meister der Literatur, der Malerei, der Kult- und Chormusik, der Bildhauerei, der Architektur und verschiedener moderner Künste… außerdem ist in denjenigen, die die dazu erforderlichen Fähigkeiten besitzen, die Kenntnis der verschiedenen menschlichen Wissenschaften zu fördern: Physik, Mathematik, Astronomie, Naturwissenschaften, Medizin, Jurisprudenz, Sozialwissenschaften, Politikgeschichte, Geschichte, Philosophie, Philologie, usw. (siehe Konstitutionen Nr. 143).

Apostolische Ausbildung
Das pastorale Leben

Das pastorale Leben ist darauf ausgerichtet, die Liebe Christi für uns zu vermitteln; und tatsächlich, das pastorale Leben bedeutet Kreuz. Daher versuchen wir immer, den leeren Aktivismus zu vermeiden, der reine Fassade und daher unfruchtbar ist. Daher wird in unseren Konstitutionen ausdrücklich die Notwendigkeit betont, von einer abwartenden zu einer aktive, von einer bürokratischen zu einer kräftigen und tiefgehenden Pastoral überzugehen.

Abgesehen von den der Klausur vorgesehenen Bereichen versuchen wir, unsere Türen offen zu halten, mit dem Ziel, für unsere Pfarrkinder stets verfügbar zu sein, wenn sie komme, um bei uns um Rat zu fragen. Besonders versuchen wir, die uns anvertrauten Kirchen geöffnet zu halten, so dass das Volk Gottes einen leichten Zutritt zu Jesus hat, welcher im Tabernakel gegenwärtig ist.

Jesus hat gesagt, „Die Armen habt ihr alle Zeit bei euch“ (Mt 26, 11), deshalb wollen wir uns ihrer annehmen, indem wir sie mit Lebensmitteln versorgen, und da wir fest davon überzeugt sind, dass Gott sich in der Freigiebigkeit nicht überbieten lassen wird, haben wir keine Angst, dass uns das Essen ausgehen könnte.

In unserem Institut befassen wir uns außerdem, in besonderen Fällen, nicht nur mit den notwendigen Werken der Barmherzigkeit, sondern auch mit den Werken zur Förderung der Gerechtigkeit.
Unser Anliegen ist es, soweit möglich, und ohne die traditionellen apostolischen Wege zu vernachlässigen, uns der modernen Mittel zu bedienen, welche sich der Tätigkeit der Kirche heutzutage anbieten. Die gesunde Kreativität stellt das wesenhafte Element in der lebendigen Tradition in der Kirche dar. „Stich in See!“ (Lk 5, 4), ist die Einladung, die Jesus Christus uns hinterlassen hat, und wir wissen, dass dieser Aufruf immer aktuell sein wird.