Was ist die Berufung?

Die Berufung zum geweihten Leben.

Der Eintritt in das geistlichen Lebens stellt in sich selber ein größeres Gut dar, und wer dies in Frage stellt, „widerspricht Christus (derogat Christo)“, wie der hl. Thomas sagt, da dieser selber uns dazu rät. An anderer Stelle lehrt uns der selbe hl. Thomas, dass es heißt, Christus zu schmähen (iniuriam facit Christo), wenn man sich nicht klar macht, das die Berufung zum geweihte Leben in sich selber von höherem Wert ist. Deshalb bekräftigt der hl. Don Bosco: “Der geistliche Stand ist erhaben und wahrhaft dem der Engel gleich. Jene, die aus Liebe zu Gott und um ihres ewigen Heiles willen in ihrem Herzen den Wunsch verspüren, diesen Stand der Vollkommenheit und Heiligkeit zu ergreifen, können ohne jeden Zweifel davon ausgehen, dass ein solcher Wunsch von Gott kommt, denn in seiner Großherzigkeit steht er weit über den Gefühlen und Eindrücken der Natur.“

Gefahren, denen die Berufung zum geweihten Leben ausgesetzt ist

Der selbe Don Bosco warnt: „derjenige, der sich Gott mittels der heiligen Gelübde weiht, bringt ihm damit eine der wertvollsten und der Ehre Gottes am meisten entsprechende Gabe dar. Der Feind unserer Seele aber, der sieht, dass sich eine Seele durch dieses Mittel von seiner Herrschaft befreien will, verwirrt für gewöhnlich den Geist derselben mit tausenderlei Täuschungen, um sie aufs Neue auf die verschlungenen Pfade dieser Welt zu locken. Die Hauptsächliche dieser Täuschungen besteht darin, in ihr Zweifel über die Berufung hervorzurufen, auf welche dann die Entmutigung folgt, die Lauheit und oft die Rückkehr in jene Welt, welche diese arme Seele so oft als Verräter erkannt und aus Liebe zu Jesus Christus verlassen hatte.“ Der Teufel weiß, dass eine Seele, die sich innerlich Gott hingegeben hat, eine Seele ist, die er verloren hat und deshalb sucht er mit allen Mitteln, sie zu beunruhigen und sie von den Wegen des Himmels abzuhalten.

Die Berufung ist ein Geschenk, dass Gott dem Menschen als freiwillige Gabe anbietet und das sich „von Natur aus auf dem Gebiet des Geheimnisses befindet“; sie ist ein Geheimnis unseres Glaubens, ein Geheimnis der Liebe. Deshalb hat unser Herr Jesus Christus uns angewiesen: „Betet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“ (Mt 9, 37-38; Lk 10,2)

„Jede Berufung ist ein einmaliger Akt der Liebe Gottes“